Stromausfall, Internetausfall, Störsender: Wie zuverlässig ist eine Funkalarmanlage?
Strom weg, Router aus, Störsender im Rucksack – hält eine Funkalarmanlage das aus? Was Akku, Mobilfunk-Backup und Sabotageerkennung leisten und wo die Grenzen liegen.
Eine gut eingerichtete Funkalarmanlage funktioniert auch bei Stromausfall, ohne Internet und unter Störversuchen weiter – nur eben über andere Wege. Die Melder laufen ohnehin mit Batterie, die Zentrale überbrückt Stromausfälle mit einem eingebauten Akku und schickt Alarme bei Bedarf per Mobilfunk. Störsender erkennt das System und meldet sie, statt einfach still zu bleiben.
Das Wichtigste in Kürze
- Melder und Sirenen sind batteriebetrieben und vom Hausstrom unabhängig.
- Die Zentrale hat einen Notstrom-Akku. Wie lange er reicht, hängt vom Modell und von den aktiven Verbindungen ab.
- Fällt das Internet aus, sendet die Zentrale je nach Modell über Mobilfunk – beim AJAX Hub 2 Plus mit zwei SIM-Karten.
- Störsender und Sabotage erkennt das System und meldet sie in der App.
- Keine Technik ist hundertprozentig – aber mehrere unabhängige Wege machen einen Totalausfall sehr unwahrscheinlich.
Was passiert bei einem Stromausfall?
Bei einer kabellosen Alarmanlage hängt nur die Zentrale am Stromnetz. Alle Melder – Öffnungsmelder, Bewegungsmelder, Glasbruchmelder – und auch die Funksirenen arbeiten mit eigenen Batterien. Ein Stromausfall im Haus betrifft sie also gar nicht.
Die Zentrale selbst hat einen eingebauten Akku, der bei Stromausfall sofort übernimmt. Wie viele Stunden er überbrückt, steht im Datenblatt des jeweiligen Modells und hängt davon ab, welche Verbindungen aktiv sind: Mobilfunk verbraucht zum Beispiel mehr Strom als eine reine Ethernet-Verbindung. Gleichzeitig schickt die Zentrale eine Meldung, dass der Strom weg ist. So wissen Sie Bescheid, auch wenn Sie im Urlaub sind.
Und wenn der Router keinen Strom hat?
Genau das ist der typische Haken: Fällt der Strom aus, ist meistens auch der Internetrouter aus. Eine Zentrale, die nur über WLAN oder Kabel mit dem Internet verbunden ist, kann dann niemanden mehr benachrichtigen. Sie würde zwar weiter Alarm geben – die Sirene heult –, aber Ihr Smartphone bleibt stumm. Deshalb empfehlen wir einen zweiten Übertragungsweg.
Wie alarmiert die Anlage ohne Internet?
Die AJAX-Zentralen unterstützen je nach Modell mehrere Kommunikationswege. Der Hub 2 Plus zum Beispiel kann über Ethernet, WLAN und Mobilfunk kommunizieren und hat zwei Steckplätze für SIM-Karten. Fällt ein Weg aus, schaltet die Zentrale auf den nächsten um.
| Ausfall | Was die Anlage weiter kann |
|---|---|
| Hausstrom | Melder und Sirene laufen mit Batterie, Zentrale mit Akku |
| Internet / Router | Benachrichtigung über Mobilfunk, wenn eine SIM-Karte eingesetzt ist |
| Ein Mobilfunknetz | Zweite SIM-Karte eines anderen Netzbetreibers übernimmt (Hub 2 Plus) |
| Smartphone aus | Andere Nutzer in der App werden ebenfalls benachrichtigt |
Zwei SIM-Karten verschiedener Netzbetreiber sind vor allem dort sinnvoll, wo der Empfang schwankt – in Nordhessen ist das je nach Lage und Bauweise gar nicht selten. Vor der Installation prüfen wir, wie gut welches Netz an Ihrem Aufstellort ankommt.
Wenn Ihnen eine eigene Benachrichtigung nicht reicht, kann eine Anlage auch an eine Leitstelle angebunden werden. Wie das funktioniert und wann es sich lohnt, lesen Sie im Ratgeber Alarmanlage aufschalten: Leitstelle, Wachdienst oder Polizei.
Können Einbrecher eine Funkalarmanlage mit Störsendern ausschalten?
Das ist die häufigste Sorge bei Funkalarmanlagen. Ein Störsender (englisch Jammer) überlagert eine Funkfrequenz mit Rauschen, damit Melder und Zentrale sich nicht mehr verstehen. Der Betrieb solcher Geräte ist in Deutschland verboten – einen Einbrecher hält das natürlich nicht ab.
Gute Systeme sind darauf vorbereitet:
- Störungserkennung: Die Zentrale bemerkt, wenn der Funk ungewöhnlich gestört wird, und meldet das in der App. Ein Störversuch bleibt also nicht unbemerkt, sondern wird selbst zum Warnsignal.
- Frequenzwechsel: AJAX wechselt bei Störungen die Funkfrequenz, um die Verbindung aufrechtzuerhalten.
- Verschlüsselte Übertragung: Die Funksignale sind verschlüsselt, damit sie nicht mitgelesen oder nachgeahmt werden können.
Ein Störsender ist also kein Zauberschalter, der die Anlage lautlos ausknipst. Im Gegenteil: Wer ihn einsetzt, löst im besten Fall genau die Meldung aus, die er vermeiden wollte.
Möchten Sie die Funktion vor Ort sehen? Bei der Übergabe testen wir gemeinsam mit Ihnen, wie die Anlage auf getrennten Strom oder fehlendes Internet reagiert. Vereinbaren Sie einen Beratungstermin in unserem Laden in Melsungen.
Wie erkennt das System Sabotage und Verbindungsabbrüche?
Neben dem Funk gibt es weitere Schutzmechanismen:
Sabotagekontakt
Melder und Zentrale haben einen Sabotagekontakt. Wird ein Gehäuse geöffnet oder von der Wand gerissen, meldet das System das sofort – auch im unscharfen Zustand.
Regelmäßige Verbindungsabfrage
Die Zentrale fragt ihre Melder in einstellbaren Abständen ab. Antwortet ein Melder nicht mehr, etwa weil er zerstört oder abgeschirmt wurde, gibt es eine Meldung. So fällt ein ausgefallener Melder nicht erst auf, wenn es zu spät ist.
Meldungen an mehrere Personen
Sie können mehrere Nutzer in der App freigeben – Partner, erwachsene Kinder, Nachbarn. Fällt Ihr eigenes Handy aus oder sind Sie gerade nicht erreichbar, bekommen die anderen die Nachricht trotzdem.
Wie oft müssen die Batterien der Melder getauscht werden?
Die Batterien der Melder halten mehrere Jahre. Wie lange genau, hängt vom Melder, von der Abfragehäufigkeit und davon ab, wie oft er auslöst. Die App zeigt den Batteriestand jedes Melders an und meldet sich rechtzeitig, bevor eine Batterie leer ist. Den Wechsel können Sie selbst erledigen – wenn Sie möchten, übernehmen wir ihn bei einem Termin vor Ort, sprechen Sie uns einfach an.
Ausfallsicherheit regelmäßig prüfen
Die beste Technik nützt wenig, wenn niemand merkt, dass eine SIM-Karte abgelaufen ist oder der Router seit Wochen keine Verbindung mehr hat. Wir empfehlen deshalb eine kleine Routine:
- Einmal im Monat einen Blick in die App werfen: Sind alle Melder online, wie ist der Batteriestand, steht die Mobilfunkverbindung?
- Bei Prepaid-Karten das Guthaben bzw. die Laufzeit im Kalender eintragen, damit das Backup nicht unbemerkt ausfällt.
- Nach Umbauten – neuer Schrank vor dem Melder, neue Fenster, neuer Router – kurz prüfen, ob alles noch so funktioniert wie geplant.
So wissen Sie im Ernstfall, dass jeder Alarmweg tatsächlich bereitsteht.
Was eine Funkalarmanlage nicht kann
Ehrlichkeit gehört dazu: Keine Alarmanlage verhindert einen Einbruch allein. Sie meldet ihn, schreckt ab und verkürzt die Zeit, die ein Täter im Haus bleibt. Den Einstieg erschweren müssen Fenster, Türen und Schließzylinder. Deshalb kombinieren wir beides – mechanischen Schutz und Alarmtechnik. Wie Funkalarmanlagen im Vergleich abschneiden, lesen Sie im Ratgeber AJAX oder Jablotron.
So gehen Sie vor
Wenn Sie Ihre Anlage ausfallsicher aufbauen möchten, achten Sie auf drei Punkte: eine Zentrale mit Notstrom-Akku, einen zweiten Übertragungsweg über Mobilfunk und mehrere Personen, die benachrichtigt werden. Wir richten Ihre AJAX-Anlage mit Akku-Reserve und Mobilfunk-Backup ein und testen die Alarmwege bei der Übergabe gemeinsam mit Ihnen – in Melsungen, Kassel und ganz Nordhessen. Mehr über unsere Funkalarmanlagen erfahren Sie hier, oder fragen Sie direkt ein festes Angebot an.